Gallery Vinogradov, Chodowieckie 25

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Jaroslaw Broitman
Botschaften II

18.09 - 8.10.09

                      Jaroslaw Broitman






Botschaften II. Malerei von Jaroslaw Broitman
Öffnungszeiten:
Mi-Fr 14-20 Uhr
Sa 11-15 Uhr
und nach Vereinbarung:
+493086430410
+4915206706120

Die Werke Jaroslaw Broitman scheinen aus der Kraft der Natur, die für ihn die Quelle der Inspiration bildet,
zu erwachsen. Die abstrakten Farblandschaften, die durch den pastosen Farbauftrag auf der groben
Leinwand entstehen, erhalten durch diese Materialität des Bildes eine dritte Dimension
und greifen sowohl in den Raum wie in die Bildtiefe hinein. Für den Künstler steht vor allem der
Malprozess im Vordergrund, der auf das intuitive “Sich von der Farben leiten lassen” zurückgeht und
als eine metaphysische Kontemplation empfunden wird. Seine Werke scheinen durch die
Nähe zum Ouevre Emil Schumachers, prominenten Vertreter des deutschen Informels, vertraut zu sein
und doch entfalten sie eine eigene archaische Kraft. Das Erleben der Farbpigmente als naturnahe Rohstoffe,
die alle organischen und erdgeschichtlichen Potentiale in sich tragen, der kräftiger Pinselduktus
sowie die Oberflächenstrukturen bringen die gesehene und die empfundene Seelenlandschaft
in Resonanz zu einander und lassen das hektische Großstadtleben um sich vergessen.

Wie durch einen Bogen, das als Motiv in seinen Werken oft zu beobachten ist, lässt der Künstler
den Betrachter auf das Wesentliche, auf die Natur in sich, blicken. "Was Natur vergebens möchte,
vollbringen die Kunstwerke: sie schlagen die Augen auf", - so formulierte T. Adorno die Aufgabe
der Kunst in seiner "Ästhetischen Theorie". In der künstlerischen Umsetzung besitzt die Bogenform
bei Broitman ein hohes Maß an Spannungsintensität zwischen Kreis oder Quadrat, sie nimmt einen
unregelmäßigen Verlauf an oder wird sogar an verschiedenen Stellen durchbrochen. Die Bogenform
tritt beim ihm als Reminiszenz an die Architekturform von Moscheen, Kuppeln auf und deutet
auf die Sehnsucht und die Erinnerungen an seine Heimat Dagestan hin. Der Bezug auf "Natur" als
Gegenstand der Kunst wird in dem Maße präsenter je weiter die zivilisatorischen Automatisierungs-
und Technisierungsprozesse voranschreiten. Die von Goethe und Novalis geprägte Bezeichnung der Kunst als
"zweite Natur" charakterisiert inzwischen deren dialektisches Verhältnis. Oder wie es Martin Seel
treffend formulierte: "Wir suchen in der Natur immer auch eine Wirklichkeit außerhalb der Geschichte,
wir suchen in der Kunst immer auch eine Geschichte außerhalb der Wirklichkeit."

Der 1966 in Machatschkala geborener Künstler, absolvierte sein Studium der Malerei an der Kunsthochschule
"Dschemal" in Machatschkala und arbeitete bis zu seiner Auswanderung im Jahre 1999 in Moskau.
Er ist Mitglied des International Federation of Artists UNESCO (IFA). Seit 2002 lebt und arbeitet in Berlin,
Griechenland, Frankreich und Spanien.

Kuratorin: Janina Wegner-Keres

Chodowieckistr. 25 Berlin,10405
Copyright © 2008 Galerie Vinogradov